Depression bei Kinderlosigkeit

Depressionen durch einen unerfüllten Kinderwunsch

Leidest du unter deinem unerfüllten Kinderwunsch? Ist dein Schmerz so stark, dass er dich vollkommen lähmt, dich in eine tiefe Lebenskrise stürzt? Damit bist du nicht allein.

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann die Frau in eine ernstzunehmende Krise stürzen, mit der sie umgehen muss. Das ist leider nicht immer leicht, denn obwohl man Zeugungsunfähigkeit medizinisch beheben kann, ist sie gesellschaftlich nicht akzeptiert. Gesellschaftlich betrachtet ist eine künstliche Befruchtung weiterhin ein Tabu, ist doch ein Baby die Frucht der körperlichen Liebe zwischen Mann und Frau.

fruchtbarkeitstest zu hauseEin Spermientest beim Mann oder ein Fruchtbarkeitstest der Frau bedeutet zwar Hoffnung, aber auch einen Druck auf das Familienleben, denn immer schwingt bei einem der beiden die Frage mit: Bin ich tatsächlich unfruchtbar? Wie kann ich damit umgehen?

Das führt dazu, dass betroffene Frauen heimlich, still und leise leiden. Sie fühlen sich wertlos, schuldig und bestraft. Sie stellen sich selbst in Frage und haben Ängste vor der Zukunft, auch vor der Perspektive betreffend ihre Partnerschaft, denn durch die eigene Unfruchtbarkeit ist auch dem Partner der Herzenswunsch vorenthalten.

Ihr verborgener Kummer und die damit verbundene Sinnkrise, wenn all die angepriesene Weiblichkeit plötzlich in Frage gestellt wird, können dazu führen, dass Frauen in eine tiefe Depression rutschen, aus der sie nur schwer wieder herausfinden. Erfahrungen anderer Frauen machen deutlich, wie hoch die psychische Belastung für die einzelne Frau tatsächlich ist. Ein unerfüllter Kinderwunsch belastet die Psyche einer Frau enorm.

Was genau sind Depressionen?

Unter Depressionen, zu denen ein unerfüllter Kinderwunsch führen kann, ist eine ernstzunehmende psychische Krankheit zu verstehen, eine nicht enden wollende Krise, aus der die betroffenen Frauen nur schwer heraus kommen. Oft ist eine professionelle Hilfe ratsam, um den Schritt zurück ins Leben zu finden. Gedrückte Stimmung, negative Gedanken, verminderter Antrieb, das Verlorengehen von Freude, Lustempfinden, Selbstwertgefühl, Leistungsfähigkeit oder Empathie sind einige der zentralen Symptome, die mit einer Depression einhergehen. Der Schmerz, den eine ungewollte Kinderlosigkeit mit sich bringt, ist nur schwer auszuhalten.

ungewollte KinderlosigkeitOft beklagen Frauen, die unter Depressionen leiden, über einen abhanden gekommenen Antrieb. Nichts macht mehr Freude. Eine gefühlte Sinnlosigkeit aller Aktivitäten und die eigene Existenz betreffend kann so stark sein, dass es depressive Patienten nicht einmal mehr schaffen, morgens aus dem Bett zu kommen. Sie haben tatsächlich keine Kraft dazu.

Depressionen haben nicht immer nachvollziehbare Ursachen für die Außenwelt. Im Falle eines unerfüllten Kinderwunschs ist davon auszugehen, dass die Depression eher von episodischer Natur ist und mit der Akzeptanz der eigenen Unfruchtbarkeit und den Folgen für das eigene Leben die Heilung dieser Lebenskrise beginnen kann. Das Akzeptieren der eigenen Lebenssituation ohne sie zu bewerten ist ein wichtiger Schritt, sich selbst neu zu sortieren, dem eigenen Leben eine neue Richtung zu verleihen.

Was kann man tun?

sich entspannen in der NaturNachdem man sich eventuell auch unter Einbezug professioneller Hilfe von den Folgen seines unerfüllten Kinderwunsches erholt hat und man mit dieser tiefen Sinnkrise und der seelischen Belastung fertig geworden ist, ist es ratsam, nach anderen Wegen und Möglichkeiten zu suchen, das eigene Leben, die eigene Partnerschaft mit subjektiv empfundener Sinnhaftigkeit und Lebendigkeit zu füllen. Dies können ganz unterschiedliche Wege sein, bei deren Vielfalt keine Grenzen gesetzt sind:

  • Therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen (Psychotherapie, Tagesklinik, Selbsthilfegruppen etc.)
  • sich Eingestehen, dass man unter Depressionen leidet
  • bei schweren Verläufen der Depression ist eine Einnahme von Medikamenten mitunter erforderlich
  • gesunde, ausgewogene Ernährung, um sich ausreichend mit Mineralstoffen, Vitaminen und Vitalstoffen zu versorgen
  • soziale Isolation, Rückzug vermeiden
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Entspannungstechniken wie Joga, Fantasiereisen, progressive Muskelentspannung, Meditation
  • Achtsamkeit praktizieren
  • Gespräche mit anderen suchen
  • das eigene Leben überdenken, sortieren
  • sich eine neue Lebensperspektive schaffen (eventuell mit Hilfe eines Coachs)

Zusammenhang – ungewollte Kinderlosigkeit und Depressionen

Irgendwann im Leben von fast jeder Frau kommt das tiefe innere Bedürfnis, eine Familie zu gründen, Kinder zu bekommen, ein Nest zu bauen. Verbunden mit dem Kinderwunsch werden neben der Arterhaltung, der Selbstverwirklichung, der wirtschaftlichen Absicherung eben auch Motive wie soziale Konformität genannt. Eine ungewollte Kinderlosigkeit, die auf vielfältigen Gründen beruhen kann, ist eine tiefe Krise im Leben einer Frau, denn eine kaum stillbare Sehnsucht bleibt möglicherweise für immer unerfüllt.

Leider wird das Selbstbild einer Frau noch immer stark von Eigenschaften beeinflusst, die auf dem beruhen, was wir unter Weiblichkeit verstehen. Dazu zählen noch immer hauptsächlich die Fruchtbarkeit und die Möglichkeiten, sich fortzupflanzen, ganz abgesehen von evolutionsbiologischen Aspekten, seinen Stamm vorm Aussterben zu bewahren. Nun ist es jedoch so, dass bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel, die Stärkung der Rolle der Frau innerhalb der Gesellschaft, insbesondere unter Einbezug der Erwerbsarbeit und den Möglichkeiten der Selbstverwirklichung, die Frauen eine lange Zeit verwehrt blieben, Unsicherheiten im Hinblick auf sich wandelnde Gesellschaftssysteme, weltpolitische Geschehnisse, Finanzkrisen und Klimawandel dazu führen, dass Frauen sich immer später dazu entschließen, Kinder zu bekommen.

GeschäftsfrauViele Frauen sind heute sehr gut ausgebildet und möchten erstmal eine Weile arbeiten und sich etwas schaffen, auf dem sie dann bei der Familienplanung aufbauen wollen. Außerdem fordert der Arbeitsmarkt sehr viel Flexibilität von den Frauen und eine Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf ist, trotz aller positiven Tendenzen, noch immer nicht gegeben.

Leider zahlen viele Frauen einen hohen Preis dafür und merken erst zu spät, dass sich die biologische Uhr der Frau, insbesondere die Fähigkeit der Fruchtbarkeit nicht durch den allseits, vor allem medial verbreiteten Glaube an ewige Jugend austricksen lässt. Die Wahrscheinlichkeit, mit 30 Jahren schwanger zu werden liegt, medizinisch betrachtet, nur noch bei rund 60 Prozent und mit 40 Jahren ist sie bereits auf unter 40 Prozent gesunken – so die Statistik. Mit jedem Jahr schwindet die Möglichkeit, schwanger zu werden. Und so kommt es, dass mehr als die Hälfte aller Frauen nur noch geringe Chancen auf eine Schwangerschaft haben, wenn sie sich dann endlich bereits dazu fühlen.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass die unerfüllte Sehnsucht nach einem Baby Auswirkungen auf das Leben einer Frau und der seelischen Wohlbefinden haben kann, aber auch, dass es vielfältige Möglichkeiten der Heilung und Hoffnungen auf einen Neubeginn gibt.

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