Lebensmittel mit Folsäure

Folsäuremangel und Symptome – die Gefahr der Unterversorgung eines der wichtigsten Vitamine

Eigentlich ist die Folsäure (auch als Vitamin B9 bezeichnet) ein ungemein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung und damit der Versorgung unseres Organismus. Da unserer Körper es kaum speichern kann, muss er es umso regelmäßiger aufnehmen. Doch es ist genau das, was den Menschen in den Industrienationen offenbar immer schwerer fällt. Entweder wird nicht genügend Gemüse und Obst gegessen oder dieses hat durch Transport, Lagerung und falsche Zubereitungsart schon einen Großteil der Folsäure verloren.

Vitamine in der SchwangerschaftIm folgenden soll dieses wichtige Vitamin etwas näher vorgestellt werden. Dabei sollen sowohl Symptome einer Unterversorgung, die Folgen eines Folsäuremangels und dessen Bekämpfung im Vordergrund stehen. Ein Extra-Kapitel ist dabei schwangeren Frauen gewidmet, deren Folsäure-Bedarf in ihren neun Monaten zum Teil bis auf das Doppelte eines normalen Menschen ansteigt, und die deshalb besonders unter einer Folsäure-Unterversorgung leiden.

Was ist Folsäure? – Ein äußerst wichtiges Vitamin

Folsäure hat innerhalb unserer biochemischen Körperprozesse eine äußerst wichtige Funktion. Es ist nicht nur für die Bildung von Blut und die Herausbildung unseres Nervensystems maßgeblich mitverantwortlich. Vielmehr ist dieses Vitamin an der Konstruktion und auch Reparatur unserer DNA beteiligt. Außerdem wird durch Folsäure, neben Vitamin B6 und Vitamin B12, auch die Aminosäure Homocystein abgebaut, die immer mehr dafür verantwortlich gemacht wird, bei zu hoher Konzentration das System von Herz und Kreislauf zu schwächen.

Folsäuremangel und Anämie – das sind die Symptome, Risiken und Auswirkungen

Eine der ersten Anzeichen, dass dem Körper zu wenig Folsäure zur Verfügung steht, sind Antriebslosigkeit und ein allgemeines Gefühl von Schlaffheit. Vor Ärzten klagten auch einige betroffene Patienten über Schleimhautveränderungen der Mundhöhle. Die Zunge kann dabei geschwollen, bullig, rot oder glänzend erscheinen. Das Defizit, welches sofort durch einen eklatanten Folsäuremangel hervorgerufen wird, ist Anämie – die Unterproduktion von roten Blutkörperchen – auch Blutarmut genannt. Zu den Symptomen einer Anämie, die aufgrund eines Folsäuremangels auftritt, gehören: Lethargie, eine ungewöhnlich blasse Haut, Kurzatmigkeit und erhöhte Reizbarkeit.

Für die wirklich sichere Diagnose eines Folsäuremangels sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Nur so lässt sich das – nicht ungefährliche – Defizit zweifelsfrei feststellen.

Anbei eine kurze Zusammenfassung der Symptome:

  • Veränderung des Blutbildes (hyperchrome makrozytäre Anämie – weniger aber zu große Erythrozyten)
  • Schleimhautveränderungen der Mundhöhle
  • Durchfall
  • Depression
  • Fortpflanzungsstörungen
  • Schwerwiegende Probleme für das Kind
  • Rückbildung des Rückenmarks

Folsäure ist für Schwangere wichtig

nahrungsergänzungen folsäureAufgrund seiner überragenden Rolle im Bereich des Aufbaus der DNA, der Zellkonstruktion und -teilung sowie eigentlich aller Wachstumsprozesse im Körper wird die Folsäure auch als „Schwangerschaftsvitamin“ bezeichnet. Es ist also kein Wunder, dass Frauen in der Schwangerschaft einen besonders hohen Bedarf an diesem Vitamin haben. Dieser liegt sogar doppelt so hoch wie bei einem normalen Menschen.

Deshalb sollten Schwangere auch besonders darauf achten, dass sie die gebotene Menge an Folsäure regelmäßig aufnehmen, damit das ungeborene Baby keine unangenehmen Symptome und Beeinträchtigungen im Wachstum und damit auch keine Fehlbildungen aufweist.

Wie hoch ist die empfohlene tägliche Menge an Folsäure?

Eine normaler Mensch sollte etwa 400 Mikrogramm an Folat pro Tag aufnehmen. Laut den Statistiken nahmen in Deutschland im Jahr 2000 Männer durchschnittlich nur 200 bis 380 Mikrogramm und Frauen nur 200 bis 360 Mikrogramm auf. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass das Problem des Folsäuremangels tatsächlich auch eins ist.

Wodurch wird der Mangel an Folsäure ausgelöst?

Die Ursachen für Folsäuremangel sind vielfältig. Der Prozess der Unterversorgung kann zum Beispiel durch eine Diät ausgelöst werden. Sollte diese wenig Gemüse, Obst oder angereichertes Getreide beinhalten, kann die Diät tatsächlich die Hauptursache für den Folsäuremangel darstellen. Außerdem kann das Übergaren vor allem von Gemüse die Folsäure-Anteile zerstören. Folsäure ist sehr empfindlich gegen Hitze, Licht sowie Sauerstoff und kann sich bei übermäßiger Einwirkung schnell verflüchtigen.

Auslöser für einen eklatanten Folsäuremangel können allerdings auch verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Nieren sein. Dazu zählen Morbus Crohn, Zölakie, bestimmte Arten von Krebs und schwere Nierenprobleme, die eine Dialyse erforderlich machen.

Es können auch genetische Vorbelastungen vorliegen. Dabei handelt es sich vor allem um eine biochemische Fehlfunktion, aufgrund dessen der Körper die Folsäure nicht in die verendbare Form des Methylfolats umwandeln kann. Auch bestimmt Medikamente haben eine ungünstige Verwertung der Folsäure. Dazu zählen Phenytoin (Dilantin), Trimethoprim-Sulfamethoxazol, Methotrexat sowie Sulfasalazin.

Ein nicht unerheblicher Grund für einen gefährlichen Folsäuremangel im Körper ist übermäßiger Alkoholkonsum. Dieser stört in erheblichem Maße die Aufnahme der Folsäure und erhöht die sofortige Ausscheidung von Folaten durch den Urin. Alkohol ist einer der häufigsten Gründe für unangenehme Symptome und Schäden am Kind.

Folsäuremangel – Was tun? Ernährung, Rezepte und Nahrungserhänzungsmittel

Der beste Weg dem Körper täglich eine ausreichende Ration Folsäure zukommen zu lassen, ist eine entsprechende Umstellung der Ernährung.

Tipps für mehr FolsäureBesonders reich an Folsäure ist dabei belaubtes, grünes Gemüse wie Broccoli, Spinat oder Rosenkohl. Zum Frühstück empfehlen sich Haferflocken. Reich an Folsäure sind außerdem Sojabohnen, Weizenkeimen sowie Lebensmittel tierisches Ursprungs. Vor allem Innereien wie Leber und Nieren bieten ebenso hohe Dose der empfohlenen Tagesration.

Selbst wenn man zur Sicherheit mit einigen Nahrungsergänzungsmitteln nachhilft, besteht kaum die Gefahr einer Überdosierung. Folsäure gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen, deren Überschuß der Körper sofort über den Urin wieder abgibt.

 

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